Handlungsfelder

Der Nordosten Niedersachsens ist ein stark mittelständisch und überwiegend ländlich geprägter Wirtschaftsraum zwischen den Metropolen Hamburg, Hannover und Bremen. Er ist Heimat innovativer Weltmarktführer sowie eines starken Mittelstandes und besitzt eine ausgeglichene und diversifizierte Branchenstruktur. Darüber hinaus präsentiert sich Nordostniedersachsen als landschaftlich reizvolle Region mit reichem kulturellem Angebot.
Unsere Region hat also viel zu bieten. Trotzdem schwinden die Fachkräftereserven, denn der demografische Wandel macht auch vor Nordostniedersachsen nicht halt. Die Bevölkerung nimmt nicht nur langfristig ab, sie wird gleichzeitig auch durchschnittlich älter. Die Schere zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage geht zukünftig noch weiter auseinander. Bis Anfang der 2030er Jahre werden in unserer Region voraussichtlich mehr als 50.000 Erwerbspersonen fehlen.
Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Nordostniedersachsen hängt davon ab, wie frühzeitig, vorausschauend und erfolgreich wir uns den Problemen stellen. Die gut ausgebildeten Mitarbeiter gilt es in den Unternehmen und in der Region zu halten. Wir wollen die wichtigen Akteure in der Region miteinander verbinden und ihren Austausch fördern. Und wir wollen Fachkräftesicherung gemeinsam, strategisch und nachhaltig gestalten.
Im Mittelpunkt der Allianz steht die Initiierung und Umsetzung von Projekten mit der regionalen Wirtschaft. Um eine möglichst hohe Schlagkraft erzielen zu können, konzentrieren sich die Aktivitäten auf folgende sechs Handlungsfelder.


Ausbildung: Talente entdecken, Potenziale ausschöpfen

Ein ganz wesentliches Handlungsfeld für die Region Nordostniedersachsen ist es, mehr junge Menschen für die Berufsausbildung zu gewinnen. Durch ein frühzeitiges und praxisnahes Kennenlernen von Unternehmen, Bildungswegen und Berufsbildern können Ausbildungsabbrüche und falsche Bildungsentscheidungen verhindert werden. Gleichzeitig besteht die Chance, junge Menschen an die Region und die hier ansässigen Betriebe zu binden.
Strategische Ziele:
  • Frühzeitige und systematische Heranführung von jungen Menschen an das Arbeits- und Berufsleben
  • Steigerung der Attraktivität und bessere Vermarktung der beruflichen Ausbildung
  • Erschließung neuer Zielgruppen für Ausbildung

Weiterbildung: Personal entwickeln und Fachkräfte bedarfsgerecht qualifizieren

Standen bis vor wenigen Jahren die Bewerberinnen und Bewerber im Wettbewerb um einen Arbeitsplatz, konkurrieren heute die Unternehmen um die besten Köpfe. In einer wissensbasierten Ökonomie sind fähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schlüssel für unternehmerischen Erfolg. Steigende Anforderungen an die Qualifikation durch Veränderungen in der betrieblichen Arbeitsorganisation, technologische Innovationen und die wachsende Bedeutung von Wissen im Arbeitsalltag machen das Thema lebenslanges Lernen zu einem wichtigen Handlungsfeld der Allianz für Fachkräfte.

Strategische Ziele:
  • Gestaltung attraktiver Karrierewege in der Region
  • Förderung des lebenslangen Lernens durch gute und zielgruppenorientierte Angebote
  • Unterstützung insbesondere kleiner Unternehmen bei der Personalentwicklung

Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit: Arbeitsplätze zukunftsgerecht gestalten und Gesundheit fördern

Sich ändernde Wertvorstellungen, Arbeitsweisen, alternde Belegschaften, Digitalisierung und Arbeiten 4.0 sind nur einige Schlagworte, die die Bandbreite der Herausforderungen aufzeigen, mit der sich Unternehmer und Personalverantwortliche konfrontriert sehen. Die sich stetig wandelnde Arbeitswelt erfordert die Schaffung attraktiver und moderner Arbeitsplätze. Solche wirken als zusätzlicher Anreiz, sowohl um Fachkräfte zu gewinnen als auch um langfristig attraktiv für das Bestandspersonal zu bleiben.
Strategische Ziele:
  • Unterstützung der Unternehmen bei der Gestaltung zukunftsorientierter Arbeitsplätze und Unternehmensstrukturen
  • Bessere Förderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit alternder Fachkräfte

Familienfreundlichkeit: Frauenerwerbstätigkeit ausbauen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf voranbringen

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist von einem weichen zu einem harten Standortfaktor im regionalen Wettbewerb um Fachkräfte geworden. Sie wird regelmäßig in Bewerbungsgesprächen thematisiert. Um für Familien attraktiv zu sein, müssen Unternehmen und Kommunen an einem Strang ziehen. Gerade Nordostniedersachsen mit seiner landschaftlich und touristisch attraktiven Lage zwischen drei Metropolen hat in diesem Handlungsfeld besondere Profilierungschancen, die es konsequent zu nutzen gilt. Denn die doppelte Berufstätigkeit von Paaren entlastet den Arbeitsmarkt heute, ihre Kinder tun es morgen.

Strategisches Ziel:
  • Verbesserung der Familienfreundlichkeit der Region und der Work-Life-Balance ihrer Einwohner
  • Erhöhung der Frauenerwerbsquote bei gleichzeitiger Verringerung der Teilzeitquote

Fachkräfterekrutierung: Gezielt Fachkräfte aus Deutschland und dem Ausland gewinnen

Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter wird in den meisten Landkreisen Nordostniedersachsens bis 2031 um über 20 Prozent zurückgehen. Betrachtet man die Erwerbsfähigen bis 50, aus denen die regionalen Unternehmen heute vor allem rekrutieren, so sind Rückgänge von mindestens einem Drittel zu erwarten. Schon jetzt sind in einzelnen Branchen erste Anzeichen dieser Entwicklung spürbar. Daher sind die proaktive Anwerbung von jungen Menschen aus dem In- und Ausland und die bessere Bindung von Talenten an die Region wesentliche Handlungsfelder der Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen. Auch die Potenziale, die sich aus dem vermehrten Zuzug von Flüchtlingen ergeben, müssen als Mosaikstein für die regionale Fachkräftesicherung genutzt werden.

Strategische Ziele:
  • Erleichterung der Rekrutierung von Fachkräften für mittelständische Unternehmen der Region
  • Überregionale Vermarktung Nordostniedersachsens als attraktiven Arbeits- und Wohnstandort

Fachkräftebindung: Qualität und Attraktivität der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen sicherstellen und ausbauen

Der Wettbewerb um gute Fachkräfte wird in den nächsten Jahren zunehmen. Der ländliche Raum Nordostniedersachsens wird durch die demografische Entwicklung besonders betroffen sein und es gleichzeitig schwerer haben als Großstädte, junge Fachkräfte zu rekrutieren. Die Bindung von Auszubildenden und von Fachkräften wird vor diesem Hintergrund im zunehmenden Maß zu einem wichtigen Erfolgskriterium für die regionalen Unternehmen. Stabile Arbeitsverhältnisse, gute Arbeitsbedingungen und eine hohe Arbeitgeberattraktivität sind vor diesem Hintergrund ein wichtiger Schlüssel zur Fachkräftesicherung.

Strategische Ziele:
  • Sicherung der Ausbildungsqualität
  • Förderung attraktiver Arbeitsbedingungen in den regionalen Unternehmen